Erotiklexikon: Skop­top­hi­lie

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Lüs­ter­ne ero­ti­sche Ob­jek­te zum Anschauen

In der Psy­cho­lo­gie und Psych­ia­trie ist die Sko­pophi­lie oder Skop­top­hi­lie die äs­the­ti­sche Freu­de, die sich aus dem Be­trach­ten ei­nes Ob­jekts oder ei­ner Per­son er­gibt. In se­xu­el­ler Hin­sicht be­schreibt das Wort Skop­top­hi­lie die se­xu­el­le Freu­de, die ein Mensch aus dem Be­trach­ten von lüs­ter­nen ero­ti­schen Ob­jek­ten, wie zum Bei­spiel Por­no­gra­fie, nack­ten Kör­pern und Fe­ti­schen, als Er­satz für die tat­säch­li­che Teil­nah­me an ei­ner se­xu­el­len Be­zie­hung zieht.

Sig­mund Freud ver­wen­de­te das Wort Skop­top­hi­lie, um die so­ge­nann­te Schau­lust zu er­klä­ren, den Voy­eu­ris­mus. Es ist ei­ne Neu­gier, die er als an­ge­bo­re­nen Teil­trieb im in­fan­ti­len Pro­zess der Per­sön­lich­keits­bil­dung be­trach­te­te; und dass ein sol­cher Lust­trieb sub­li­miert wer­den kann, zum Bei­spiel in der Äs­the­tik, durch das Be­trach­ten von Kunstobjekten.

Was hat die un­per­sön­li­che Skop­top­hi­lie ersetzt?

All­mäh­lich ent­stand in der Me­di­zin die Über­zeu­gung, dass die Hem­mung des sko­pi­schen Trie­bes zu rea­len kör­per­li­chen Er­kran­kun­gen füh­ren könn­te. An­ders als bei Freuds Er­klä­rungs­ver­suchs des sko­pophi­len Trie­bes schlu­gen an­de­re psy­cho­ana­ly­ti­sche Theo­rien vor, dass sko­pophi­le Prak­ti­ken zum Wahn­sinn füh­ren könnten.

Skoptophilie

Die theo­re­ti­schen Grund­la­gen der Skop­top­hi­lie wur­den von dem Psy­cho­ana­ly­ti­ker Ot­to Fe­ni­chel ent­wi­ckelt, ins­be­son­de­re in Be­zug auf den Pro­zess und die Stu­fen der psy­cho­lo­gi­schen Identifikation.

Dass die un­per­sön­li­che In­ter­ak­ti­on der Skop­top­hi­lie (zwi­schen dem Be­trach­ter und dem Ge­se­he­nen) manch­mal per­sön­li­che In­ter­ak­tio­nen im psy­cho­lo­gi­schen Le­ben ei­ner so­zi­al ängst­li­chen Per­son er­setzt hat, die ver­sucht, Schuld­ge­füh­le zu vermeiden.

Deut­sche Erotikstars

La­cans be­griff­li­che Ent­wick­lung des Blicks ver­band das Ver­gnü­gen der Skop­top­hi­lie mit dem Er­fas­sen des An­de­ren (Per­son), der nicht das Selbst ist; das heißt: Der Blick ist je­nes Ob­jekt, das in der Feu­ers­brunst der Scham durch die Ein­füh­rung des An­de­ren ver­lo­ren und plötz­lich wie­der­ge­fun­den wird.

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Die Pra­xis der Skop­top­hi­lie ist die Art und Wei­se, in der das Be­geh­ren ei­ner Per­son durch die ima­gi­nä­re Dar­stel­lung des An­de­ren ein­ge­fan­gen wird. Al­ter­na­ti­ve Theo­rien zu La­cans In­ter­pre­ta­tio­nen der Sko­pophi­lie und des Blicks ha­ben vor­ge­schla­gen, dass die Ent­de­ckung der ge­ni­talen Dif­fe­renz durch den jun­gen Men­schen, al­so das Kind, und die da­mit ein­her­ge­hen­de Angst, den Un­ter­schied das ent­ge­gen­ge­setz­te Ge­schlecht nicht zu ken­nen, die Er­fah­rung ist, die in der Fol­ge den sko­pi­schen Trieb des jun­gen Men­schen an­treibt, um den Wunsch zu schau­en und zu star­ren zu be­frie­di­gen – al­so die glei­chen Merk­ma­le ei­nes Voy­eurs aufweist.

Synonyme:
Skopophilie
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