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Was ist das?
Der Begriff Hebephilie kommt aus dem griechischen und setzt sich aus "Hebe" der griechischen Jugendgöttin und "Philia" der Freundschaft zusammen. In der Sexualität sind damit Präferenzen von Erwachsenen zu Kindern und Jugendlichen im Alter etwa zwischen 11 Jahren und 17 Jahren gemeint, die sich in der Pubertät befinden. Letztendlich ist nicht das Alter bestimmend, sondern der Fakt der pubertierenden Reife. Dieser ist auch der Unterschied zu Pädophilen, deren sexuelles Interesse sich auf ganz junge bis präpubertierende Kinder bezieht.
Die Hebephilie ist ein Überbegriff für zwei Unterkategorien, die sich in Ephebophilie und Parthenophilie einteilen. Eine Ephebophilie liegt vor, wenn der sexuelle Reiz durch maskuline Kinder/Jugendliche ausgelöst wird. Finden Betroffen junge Mädchen im pubertierendem Alter sexuell ansprechend, spricht man hingegen von Parthenophilie.
Bekanntwerden der Hebephilie
Diese sexuelle Neigung ist seit Jahrhunderten bekannt. Nur erfolgte eine Differenzierung zu Pädophilen erst in den 50er Jahren, die durch nordamerikanische Wissenschaftlicher entstand. Sie vergaben auch den Namen dafür.

Auffällig waren bei Untersuchungen, dass Pädophilie mit Beginn der körperlichen Veränderung aufgrund der Pubertät das Interesse an den Kindern verloren. Wenn mit 10, 11 oder 12 Jahren die Schamhaare langsam wachsen, die Brüste an Masse zunehmen und der Penis sich männlicher zu formen beginnt, geht von ihnen kein Reiz mehr für Pädophile aus. Sie bevorzugen das kindliche, unschuldige Erscheinungsbild.
Umgekehrt zeigten sich die Studienergebnisse bei den Hebephilen. Bei ihnen erwacht keine sexuelle Begierde beim Anblick von kindlichen Körpern, ohne mindestens eine kleine Veränderung in die Richtung zum Erwachsenwerden aufzuweisen. Allerdings ist auch bekannt, dass es die Pädo-Hebephile gibt, die keinen Unterschied im Alter oder der Reife machen.
Verbreitung
Genaue, zuverlässige Daten, wie weit die Sexualneigung verbreitet ist, liegen bis heute nicht vor. Verschiedene Untersuchungen und Forschungen lassen die Vermutung zu, dass diese Neigung in der Weltbevölkerung deutlich häufiger vorkommt, als die Pädophilie.
Ein deutsches Präventionsnetzwerk hat Umfragen gestartet und forensische Untersuchungen als Nordamerikaner herangezogen. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass drei bis sechs Prozent der deutschen Männer Fantasien mit Kindern und/oder Jugendlichen haben. International liegen die Ergebnisse zwischen drei und neun Prozent. Auch hierbei stellte sich eine deutlich höhere Hebephilie- als Pädophilie-Neigung heraus.
Zudem sind hauptsächlich Männer betroffen. Bei den Frauen liegt den Untersuchungen zufolge, die Fantasie-Quote mit minderjährigen bei 0,1 Prozent. Geht es allerdings mit 16 oder 17 Jahren langsam an die Volljährigkeit, die Körper haben sich muskulöser und männlicher ausgebildet, so geben laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf eine gewisse sexuelle Anziehungskraft zu jungen Männern zu.
Ursache
Kurzum: Eine Ursache ist bis heute nicht wissenschaftlich erkundet. Manche Experten gehen von einer angeborenen sexuellen Störung aus. Andere Experten vermuten psychiatrische und/oder psychologische Belastungen dahinter, die bei Betroffenen erst im Laufe ihrer Entwicklung zu einer Sexualstörung geführt haben.
Einige amerikanische Forscher sind dem näher nachgegangen und haben bei Betroffenen vermehrt neurobiologische Besonderheiten durch ein kleineres Zentralnervensystem bei MRT-Untersuchungen festgestellt. Eine eindeutige Störung ist allerdings nicht erkennbar, sodass bis heute für Hebephilie keine pathologische Störung zu diagnostizieren ist.
In manchen Kulturen normal
Der Begriff "Kinderehen" sind den meisten Erwachsenen sicherlich schon zu Ohren gekommen. Dies ist vor allem in streng religiösen außer-westlichen Kulturkreisen nicht selten Normalität. Doch ist diesen Kreisen zu entnehmen, dass es sich hier nicht zwangsläufig um hebephile Männer handelt, die pubertierende Minderjährige zur Ehefrau nehmen. Häufig ist es "nur" die Reinheit eines jungen Mädchens und der Wunsch, sie noch im Interesse des Ehemannes zu erziehen, denn sie sich in diesen Kulturen auch Dienerin des Mannes.
Oftmals sind es auch soziale und gesellschaftliche Gründe. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass bei manchen erwachsenen Männern auch die sexuelle Neigung für pubertierende Mädchen der frühe Heiratsgrund ist.
Hebephilie in Deutschland strikt verboten
Ob in anderen Kulturen gang und gäbe, in Deutschland und in der gesamten Europäischen Union sind sexuelle Handlungen jeglicher Art mit Minderjährigen gesetzlich verboten, wenn der Altersunterschied zum Erwachsenen mehr als drei Jahre beträgt. Bei sexuellen Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren sind empfindliche Strafen zu erwarten. Darüber hinaus können Eltern Strafanzeige erstatten.
Fantasien sind nicht zu verbieten. Aber zum eigenen und insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, raten Experten Hebephilen dringend an, sich an professionelle Stellen für eine Therapie zu richten. Kinder sind zu schützen und nicht zur Befriedung sexueller Gelüste zu missbrauchen!
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